M. Gamper, Zeit der Prosa : Literarische Zeitästhetik ab 1750

Article publié le 27 août 2025
Pour citer cet article : , « M. Gamper, Zeit der Prosa : Literarische Zeitästhetik ab 1750  », Rhuthmos, 27 août 2025 [en ligne]. https://www.rhuthmos.eu/spip.php?article3172

M. Gamper, Zeit der Prosa : Literarische Zeitästhetik ab 1750, Göttingen, Wallstein Verlag, 2025, 336 S.


Wie hängen Zeit und Prosa seit 1750 zusammen ? Und werden sie als sich wechselseitig poetologisch und epistemologisch genauer bestimmende Konzepte literaturtheoretisch produktiv ? Michael Gampers Studie zur Theorie und Geschichte der Prosa beschreibt zentrale Aspekte einer Temporalästhetik der ungebundenen Sprache seit dem 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Gamper betrachtet Prosa als eine literarische Kategorie unabhängig von ihrer Bestimmung durch Gattungs- und Genreregeln oder Erzählverfahren. Er versteht sie vielmehr als variable Kommunikations- und Kunstform, die sich durch eigensinnige und dynamische Formbildung mittels prosodischer und grammatischer Strukturierung auszeichnet. Zeit tritt dabei als ästhetische Dimension der Prosa in ihrer Doppelstruktur von Sukzessivität und Rekursivität hervor. Die Untersuchung gliedert sich in fünf Kapiteln zu Rhythmus, Beschreibung, Eigenzeitlichkeit, Experiment und Tagtäglichkeit anhand der Texte von u.a. Klopstock, Herder, Flaubert, Stifter, Valéry, Stein, Mayröcker, Handke und Lotz.


Michael Gamper, geb. 1967, ist Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin. 2006-2011 war er SNF-Förderprofessor für Literaturwissenschaft an der ETH Zürich, 2011-2016, Professor für Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Kultur und Wissensgeschichte an der Leibniz Universität Hannover, 2008, Visiting Professor am Department for German, Princeton University und 2013 und 2019 am Department for Germanic Languages der Columbia University. Veröffentlichungen u. a. : Der große Mann. Geschichte eines politischen Phantasmas (2016) ; Elektropoetologie. Fiktionen der Elektrizität 1740-1870 (2009) ; Masse lesen, Masse schreiben. Eine Diskurs- und Imaginationsgeschichte der Menschenmenge 1765-1930 (2007) ;  »Die Natur ist republikanisch« . Zu den ästhetischen, anthropologischen und politischen Konzepten der deutschen Gartenliteratur im 18. Jahrhundert (1998).

Suivre la vie du site RSS 2.0 | Plan du site | Espace privé | SPIP