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		<title>Rhuthmos</title>
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		<title>Zur Einleitung : Rhythmus im Prozess
</title>
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		<dc:date>2014-09-06T10:50:05Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>fr</dc:language>
		<dc:creator>Christa Br&#252;stle, Nadia Ghattas, Clemens Risi, Sabine Schouten
</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Ce texte constitue l'introduction de C. Br&#252;stle et al. (Hrsg.), Rhythmus im Prozess, Berlin, 2004. Il nous a &#233;t&#233; signal&#233; par Andres Leon-Geyer que nous remercions de cette attention. Wenn von Rhythmus die Rede ist und wenn man nach einer Definition von Rhythmus fragt, so trifft man in der Regel auf Erkl&#228;rungen wie die folgende : Rhythmus ist eine &#187;unbedingt schematische Abfolge von betonten und nichtbetonten Zeitelementen, deren gesamte Einheit &#252;berschaubar ist und die sich regelm&#228;&#223;ig (&#8230;)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="https://www.rhuthmos.eu/spip.php?rubrique33" rel="directory"&gt;Sur le concept de rythme
&lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;div class=&#034;cs_sommaire cs_sommaire_avec_fond&#034; id=&#034;outil_sommaire&#034;&gt; &lt;div class=&#034;cs_sommaire_inner&#034;&gt; &lt;div class=&#034;cs_sommaire_titre_avec_fond&#034;&gt; Sommaire &lt;/div&gt; &lt;div class=&#034;cs_sommaire_corps&#034;&gt; &lt;ul&gt; &lt;li&gt;&lt;a title=&#034;a) Ordnung und Bewegung&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire_0'&gt;a) Ordnung und Bewegung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a title=&#034;b) Prozessualit&#228;t&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire_1'&gt;b) Prozessualit&#228;t&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a title=&#034;c) Intermodalit&#228;t&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire_2'&gt;c) Intermodalit&#228;t&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a title=&#034;d) Physiologie und Kognition&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire_3'&gt;d) Physiologie und Kognition&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a title=&#034;e) Affektion&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire_4'&gt;e) Affektion&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a title=&#034;I. K&#246;rper in Bewegung &#8211; Bewegung im Rhythmus&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire_5'&gt;I. K&#246;rper in Bewegung &#8211; Bewegung im Rhythmus&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a title=&#034;II. Rhythmus des K&#246;rpers &#8211; Physiologie und Psychologie&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire_6'&gt;II. Rhythmus des K&#246;rpers &#8211; Physiologie und Psychologie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a title=&#034;III. Metrum, Takt und Rhythmus &#8211; Musikalische Konzepte&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire_7'&gt;III. Metrum, Takt und Rhythmus &#8211; Musikalische Konzepte&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a title=&#034;IV. Rhythmus mit allen Sinnen &#8211; Inszenierung und Wirkung&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire_8'&gt;IV. Rhythmus mit allen Sinnen &#8211; Inszenierung und Wirkung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt; &lt;/ul&gt; &lt;/div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ce texte constitue l'introduction de C. Br&#252;stle&lt;/i&gt; et al. &lt;i&gt;(Hrsg.)&lt;/i&gt;, Rhythmus im Prozess, &lt;i&gt;Berlin, 2004. Il nous a &#233;t&#233; signal&#233; par Andres Leon-Geyer que nous remercions de cette attention.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Wenn von Rhythmus die Rede ist und wenn man nach einer Definition von Rhythmus fragt, so trifft man in der Regel auf Erkl&#228;rungen wie die folgende : Rhythmus ist eine &#187;unbedingt schematische Abfolge von betonten und nichtbetonten Zeitelementen, deren gesamte Einheit &#252;berschaubar ist und die sich regelm&#228;&#223;ig wiederholt.&#171; &lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Hugo Blank : Kleine Verskunde. Einf&#252;hrung in den deutschen und romanischen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Gleichma&#223;, Regelm&#228;&#223;igkeit und Wiederholung sind die vertrauten Elemente von Rhythmus. Doch ist der Sprach- und Sprechrhythmus immer regelm&#228;&#223;ig ? Und sind Zeitstrukturen au&#223;ereurop&#228;ischer Musik keine Rhythmen, weil sie kein Metrum haben, das unmittelbar wahrnehmbar ist (zumindest f&#252;r unsere, von der westlichen Musik gepr&#228;gte Ohren) ? Ist die Wahrnehmung von Rhythmen tats&#228;chlich an strikt schematische Abl&#228;ufe gekoppelt, und ist dieser oben zitierte Rhythmus-Begriff nicht viel zu eng gefasst ? Sollte der Blick nicht auf andere, erweiterte Rhythmusauffassungen ausgedehnt werden, etwa auf Curt Sachs' Beschreibung von Rhythmus als &#187;organized fluency&#171; ,&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Curt Sachs : Rhythm and Tempo. A Study in Music History, New York 1953, S. 13.&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; die auf eine quantitative rhythmische Gestaltung zur&#252;ckgeht, oder auf Susanne Langers &#187;essence of rhythm&#171; als &#187;the preparation of a new event by the ending of a previous one&#171; ,&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Susanne K. Langer : Feeling and Form. A Theory of Art, New York 1953, S. 126.&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; wobei eine rhythmische Bewegung demzufolge keiner exakten, genauen Wiederholung bedarf ?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
So unterschiedlich die theoretischen Ans&#228;tze in ihrer diachronen und synchronen Auspr&#228;gung sind : Die physiologische und psychologische Wirkung von rhythmisierten Abl&#228;ufen d&#252;rfte unbestritten sein, auch wenn sie zum Teil ganz unterschiedlich empfunden und bewertet wurde und wird. Ob Musiker oder Redner, Politiker, P&#228;dagogen oder Philosophen &#8211; man kannte diese Sachlage und hat sie oft genug strategisch genutzt. So schrieb beispielsweise Cicero &#252;ber den Sprachrhythmus als Mittel der Rhetorik : &#187;[&#8230;] unserem nat&#252;rlichen Empfinden ist nichts so verwandt wie Rhythmen oder Kl&#228;nge ; von ihnen werden wir ermuntert und entflammt, bes&#228;nftigt und gel&#228;hmt, h&#228;ufig zu Heiterkeit und Traurigkeit verleitet.&#171; &lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marcus Tullius Cicero : De Oratore. &#220;ber den Redner, Lateinisch/Deutsch, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Und Friedrich Nietzsche, dem die manipulative Kraft der Musik vertraut war, beurteilte entsprechend auch die rhythmischen Wirkungen zwiesp&#228;ltig :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt; &#187;Je erregbarer und urspr&#252;nglicher ein Mensch ist, um so mehr wirkt der Rhythmus auf ihn &#8211; wie ein &lt;i&gt;Zwang &lt;/i&gt;zum Nachbilden des Rhythmus, und erzeugt jenes &#8250;blinde, allem Urtheil vorherg&#228;ngige Einstimmen&#8249; ; es ist ein Zwang, der gew&#246;hnlich mit Lust verkn&#252;pft ist, aber er kann so pl&#246;tzlich an den Seelen reissen und sie &#252;berw&#228;ltigen, dass er mehr noch einem schmerzhaften Krampfe gleichkommt.&#171; &lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Friedrich Nietzsche : &#187;Ueber den Rhythmus&#171; (1875), in : ders. : Gesammelte (&#8230;)&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Man war sich also durchaus im Klaren dar&#252;ber, dass die Wirkung von rhythmischen Abl&#228;ufen auch ihre Schattenseiten hat. Trotzdem kn&#252;pften sich an die hier angesprochenen Wirkungen immer wieder auch einflussreiche k&#252;nstlerische Ambitionen. So entwarf beispielsweise Aleksandr Tairov 1923 in seinem &#187;Entfesselten Theater&#171; die Vision eines neuen theatralen Rhythmus :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt; &#187;F&#252;r die Zukunft er&#246;ffnet [die] Arbeit [am Rhythmus] die aufregendsten Perspektiven. Ich spreche von der Zeit, da das Theater und der Schauspieler den Rhythmus so beherrschen werden, da&#223; sie imstande sein werden, nicht nur eine mit der Musik im gleichen Rhythmus ablaufende, sondern auch eine ebenso gesetzm&#228;&#223;ige und musikalische, aber in einem von der Musik abweichenden Rhythmus sich bewegende Handlung zu gestalten. [&#8230;] Und dann wird vielleicht einmal die Zeit gekommen und die wunderbare M&#246;glichkeit gegeben sein, ein echtes B&#252;hnenmysterium zu verwirklichen, in dem Jubel, Verzweiflung, Gl&#252;ck, Emp&#246;rung und Qual, zu einem Handlungswirbel verwoben, ihre verschiedenartigen Rhythmen in einer neuen ersch&#252;tternden Harmonie vereinigen.&#171; &lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Aleksandr Tairov : Das entfesselte Theater (1923). Aufzeichnungen eines (&#8230;)&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Doch auf welche physiologischen und psychologischen Mechanismen sind solche Wirkungen zur&#252;ckzuf&#252;hren ? Bereits Aurelius Augustinus fragte sich, ob denn Rhythmen nur im Klang seien, den das Ohr des H&#246;renden empfange, oder ob nicht auch jene Rhythmen, die im K&#246;rper und im Ged&#228;chtnis des Publikums vorhanden seien, den geh&#246;rten Rhythmus ver&#228;ndern.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#187;M&#252;ssen wir deiner Meinung nach annehmen, dass diese Rhythmen nur im Klang (&#8230;)&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte Paul Val&#233;ry, sich Rhythmus ohne Medium auszumalen. Dabei kam er zu dem Schluss, dass es unm&#246;glich ist, einen Rhythmus zu denken :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt; &#187;Halte dich ruhig und versuche dir einen Rhythmus vorzustellen. Unm&#246;glich. Ich habe jemanden erlebt, der dies tun zu k&#246;nnen glaubte und der den Rhythmus mit den Augenlidern schlug. Oder durch Zuckungen in den Mundwinkeln.&#171; &lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Paul Val&#233;ry : Cahiers/Hefte, hg. von Hartmut K&#246;hler und J&#252;rgen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Vielleicht l&#228;sst sich die Bedeutung des Rhythmus am Besten ex negativo bestimmen : Man stelle sich vor, jemand w&#252;rde beschlie&#223;en, eine Woche lang ohne jeden Rhythmus zu leben. Er h&#228;tte kein Gl&#252;ck. Selbst wenn er sich jeder Musik, jeder Bewegung, jedem Lichtstrahl entziehend, ohne Fr&#252;hst&#252;ck und Tagesschau zum stocksteifen Liegen ins Bett fl&#252;chtete, er entginge diesem nicht, ohne sich selbst das Atmen und seinem Herz das Schlagen zu verbieten. Schon vor jeder Bewegung, die wir rhythmisch vollziehen, vor jeder &#228;sthetischen Form, die wir im Rhythmus erkennen, ist der Rhythmus ein Grundprinzip des Lebens. Er pulst durch unsere Adern, taktet unsere Zellen, unsere Energie und Tagesform, ohne dass wir bewussten Einfluss darauf h&#228;tten. Mit weniger Emphase l&#228;sst sich diese Allgegenw&#228;rtigkeit des Rhythmus auch der t&#228;glichen Zeitungslekt&#252;re entnehmen : Im Rhythmus trifft sich der Cocktail sch&#252;ttelnde Barkeeper mit dem Wasser peitschenden Kanuten ebenso wie der Jazzmusiker mit dem Flie&#223;bandarbeiter, der Marathonl&#228;ufer&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tagesspiegel vom 25.9.2004 : &#187;Profis sagen, Marathon bedeute, in den (&#8230;)&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und die Pornofilm-Synchronsprecherin :&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tagesspiegel vom 24.1.2004 : F&#252;r Synchronsprecherinnen dieses Genres besteht (&#8230;)&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Allesamt bed&#252;rfen sie des Rhythmus, um ihre T&#228;tigkeit auszuf&#252;hren, und alle horchen sie dabei in ihren K&#246;rper hinein, um den richtigen zu finden. Aber auch bei Beschreibungen von unbewegten &#8211; etwa architektonischen &#8211; Objekten wird gerne zum Rhythmus gegriffen, so wenn Norman Foster der h&#246;chsten Autobahnbr&#252;cke der Welt &#252;ber dem franz&#246;sischen Tarn-Tal einen &#187;souver&#228;nen Rhythmus&#171; gibt.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;S&#252;ddeutsche Zeitung vom 15.12.2004.&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Nicht in Stahl, sondern in Worte gegossen, erm&#246;glicht der Vollzug des fl&#252;chtigen &#187;Rhythmus des Homerschen Hexameters&#171; eine positive Wirkung auf Herz und Atmung des Zuh&#246;rers.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;S&#252;ddeutsche Zeitung vom 7./8.8.2004 : &#187;Homersche Medizin. Blutdrucksenkende (&#8230;)&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Der Rhythmus ist &#252;berall, ob man nun aufs Laufband steigt, Musik h&#246;rt, dazu tanzt, ob man arbeitet oder ein Spiel spielt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Seit der Antike f&#252;hrt die Frage nach dem Wechselverh&#228;ltnis von Wirkung und Form eines rhythmischen Ereignisses die Theoretiker durch ihre rhythmischen Erfahrungen und Analysen. Dabei liegt die Schwierigkeit gerade darin begr&#252;ndet, dass der Rhythmus stets zwischen diesen beiden Polen oszilliert. Rhythmen emergieren nur in der Verbindung von Produktion und Perzeption : So wie die rhythmische Wirkung sich nicht ohne den Blick auf seine spezifische Form analysieren l&#228;sst, kann andererseits die Form des Rhythmus nicht ohne den Rekurs auf die Merkmale seiner Wahrnehmung analysiert werden. Bei der Untersuchung von Rhythmen im Theater, im Film, beim H&#246;ren und (Vor-)Lesen von Texten oder in der Musik kann der vorgegebene Rhythmus nie ohne sein Verh&#228;ltnis zur subjektiven Rhythmisierung des Wahrgenommenen durch das Publikum gedacht werden. Gerade diese Verkn&#252;pfung vom objektiven Rhythmus der Produktion und dem subjektiven Rhythmus, den wir selbst an das Produzierte herantragen, erweist sich bei der Untersuchung &#228;sthetischer Rhythmisierungen als fruchtbares analytisches Feld. So kann der Rhythmus damit als ein Modell f&#252;r einen Auff&#252;hrungsbegriff betrachtet werden, in dem Inszenierung und Wahrnehmung stets aufeinander bezogen sind. Inszenierter Rhythmus w&#228;re hier der pr&#228;sentierte, auf eine Zeitachse eintragbare Rhythmus, der sich in der Wahrnehmung mit dem in die Auff&#252;hrung mitgebrachten Rhythmus, dem eigenen (angeborenen, genetisch bestimmten) K&#246;rperrhythmus und der individuellen Verfassung zum Zeitpunkt der Rezeption verbindet. In dem Aufeinandertreffen dieser Rhythmen ereignet sich dann der Rhythmus eines mittelalterlichen, vor Publikum gelesenen Textes, eines Vortrags, eines Konzerts ebenso wie einer Theaterauff&#252;hrung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Grundlage dieses Wechselverh&#228;ltnisses von Produktion und Wahrnehmung von Rhythmen ist die Erkenntnis, dass unser Leib rhythmisch organisiert ist. Aussagen wie &#187;ich muss erst meinen Rhythmus finden&#171; beim Beginn einer Arbeit oder &#187;ich sto&#223;e mich am Rhythmus der Sprache&#171; beim Lesen eines Buches zeugen von einem Eigenrhythmus, den wir in die Wahrnehmung pr&#228;sentierter Rhythmen stets hineintragen. Diese rhythmischen Eigenzeiten einschlie&#223;lich der Chronobiologie unseres K&#246;rpers sind nicht zuletzt ein Grund daf&#252;r, warum kulturelle Setzungen, etwa durch Kalender, mitunter so schlecht mit unserer k&#246;rperlichen Verfassung harmonieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Diese Doppelperspektive macht den Rhythmus zum geeigneten Forschungsgegenstand einer Theorie des Performativen, die sich insbesondere auf die fl&#252;chtigen Ph&#228;nomene des Zwischen, dem Doppel von Inszenierung und Wahrnehmung bezieht.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl hierzu ausf&#252;hrlich und mit entsprechenden Beispielen : Christa (&#8230;)&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Um diese f&#252;r das Performative des Rhythmus konstitutive Wechselwirkung n&#228;her zu bestimmen, erscheinen uns folgende f&#252;nf, eng miteinander verwobene Aspekte des Rhythmus f&#252;r die Wahrnehmung und Analyse rhythmischer Ereignisse &#8211; besonders aus literatur-, musik- und theaterwissenschaftlicher Perspektive &#8211; relevant : (a) Das Verh&#228;ltnis von Ordnung und Bewegung, (b) die Prozessualit&#228;t von Rhythmus, (c) die Intermodalit&#228;t der rhythmischen Wahrnehmung, insbesondere im Sinne einer gegenseitigen Verst&#228;rkung oder Abschw&#228;chung einzelner Sinneswahrnehmungen, (d) die physiologischen und kognitiven Bedingungen der rhythmischen Wahrnehmung und subjektiven Rhythmisierung und (e) die k&#246;rperliche Wirkung als affektive Teilhabe oder Abgrenzung zum rhythmischen Erleben.&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034; id=&#034;outil_sommaire_0&#034;&gt;&lt;a title=&#034;Sommaire&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire' class=&#034;sommaire_ancre&#034;&gt; &lt;/a&gt;a) Ordnung und Bewegung &lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Rhythmus bezeichnet eine Ordnung von Elementen im zeitlichen Ablauf. Ihre Wahrnehmung ist immer an die Wahrnehmung von Ver&#228;nderungen, von Bewegungen gekn&#252;pft. Nur durch diese sind wir in der Lage, eine Vorstellung des Verstreichens von Zeit zu gewinnen. Bereits Platon (Nomoi 664&lt;sup class=&#034;typo_exposants&#034;&gt;e&lt;/sup&gt;) kennzeichnete den Rhythmus als Ordnung von Bewegung, insbesondere der k&#246;rperlichen Bewegung.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. Wilhelm Seidel : &#187;Rhythmus, Metrum, Takt&#171; , in : Ludwig Finscher (Hg.), (&#8230;)&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Indem wir das Nacheinander der Bewegungen wahrnehmen, erfahren wir Ver&#228;nderungen, die sich vor dem Hintergrund einer regelm&#228;&#223;igen Bewegung abspielen : Das hei&#223;t, Ver&#228;nderungen und Bewegungen k&#246;nnen auf einen Puls bezogen werden &#8211; wie den Wechsel zwischen schwer und leicht, das Heben und Senken des Fu&#223;es (Arsis und Thesis), den Herzschlag oder das Atmen &#8211;, der in der Regel das Tempo bestimmt und zugleich die Basis von Akzentuierungen und Gruppierungsm&#246;glichkeiten bestimmter Abl&#228;ufe oder Ph&#228;nomene bildet.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dies zeigt, dass Rhythmus nicht notwendig mit einem gleichm&#228;&#223;igen Metrum (&#8230;)&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Das bedeutet jedoch nicht, dass die Wahrnehmung von Ver&#228;nderungen in jedem Fall nur dann einsetzt, wenn wir einen zugrunde liegenden Puls heraus h&#246;ren (oder sehen oder sp&#252;ren) k&#246;nnen. Besonders im Bereich der neuen Musik oder au&#223;ereurop&#228;ischer musikalischer Rhythmen, aber auch am Beispiel von Literatur (semi-)oraler Kulturen wird deutlich, dass Dauern auch ohne eine bin&#228;re Vergleichsfolie organisiert und wahrgenommen werden k&#246;nnen.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die quantitativen Rhythmen etwa galten den antiken Theoretikern als (&#8230;)&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Der Vollzug (oder Nachvollzug) zeitlicher Strukturierungen, den die Performativit&#228;t als besondere Qualit&#228;t einschlie&#223;t, ist &#8211; wie alle Prozesse des Performativen &#8211; als Ebene der Wechselwirkung zwischen produzierten oder vorhandenen rhythmischen Ph&#228;nomenen und der Rezeption dieser Ereignisse zu begreifen. Insofern impliziert dieses Verh&#228;ltnis einerseits das Erlebnis von &#220;bereinstimmungen (Isochronie) und die Empfindung von Regelm&#228;&#223;igkeit im Kontext einer erfindungsreichen Arbeit mit einem Puls, andererseits aber auch Erfahrungen von Interferenzen oder Br&#252;chen mit der vorgegebenen Zeitordnung sowie auf bestimmte Faktoren der subjektiven Erlebniszeit zur&#252;ckgehende Wirkungen (Langeweile, Nervosit&#228;t etc.). Der Begriff des Rhythmus impliziert also nicht nur Regelm&#228;&#223;igkeit, sondern auch St&#246;rung, Bruch, Pause, Differenz und Diskontinuit&#228;t, und zwar im Wechselspiel, in der gegenseitigen Bezugnahme. Ganz in diesem Sinne wird bei Paul Val&#233;ry der Rhythmus als subjektives Wechselspiel zwischen Erwartung und &#220;berraschung beschrieben,&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. Edith Anna Kunz/Roger W. M&#252;ller Farguell : &#187;Einleitung&#171; , in : dies. (&#8230;)&#034; id=&#034;nh17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und zeigt der Rhythmus nach Helmuth Plessner &#187;Unstetigkeit im Stetigen, regelm&#228;&#223;ige Unregelm&#228;&#223;igkeit&#171; .&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Helmuth Plessner : Die Stufen des Organischen und der Menschen. Einleitung (&#8230;)&#034; id=&#034;nh18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034; id=&#034;outil_sommaire_1&#034;&gt;&lt;a title=&#034;Sommaire&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire' class=&#034;sommaire_ancre&#034;&gt; &lt;/a&gt;b) Prozessualit&#228;t &lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Etymologie von griechisch &#8165;&#965;&#952;&#956;&#972;&#962; ist noch immer nicht endg&#252;ltig gekl&#228;rt. F&#252;r unseren Zusammenhang fruchtbar ist jedoch die Herleitung von &#8165;&#941;&#969; bzw. &#8165;&#949;&#8150;&#957; &#8211; flie&#223;en &#8211;, das zusammen mit dem Suffix &#952;&#956;&#972;&#962; ein Flie&#223;en im Duktus der Regelm&#228;&#223;igkeit bedeutet. &#187;Der Rhythmus&#171; , so der Ph&#228;nomenologe Bernhard Waldenfels, &#187;ist nur unterwegs heimisch.&#171; &lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernhard Waldenfels : Sinnesschwellen (= Studien zur Ph&#228;nomenologie des (&#8230;)&#034; id=&#034;nh19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Eben diese Fl&#252;chtigkeit des Rhythmischen, seine Abh&#228;ngigkeit vom Verlauf der Zeit, macht ihn zu einem performativen Ph&#228;nomen par excellence. &#187;Rhythmische Einzelbewegungen bestimmen sich [&#8230;] nicht funktional vom Erreichen eines Ziels her, wie es bei den Wachstumsphasen einer Pflanze oder den Stadien eines Krankheitsverlaufs der Fall ist, sondern sie erhalten ihre Bestimmtheit aus der Art und Weise des &lt;i&gt;Bewegungsablaufs&lt;/i&gt;. Was z&#228;hlt, ist nicht das Woraufhin des Ziels und das Was des Ergebnisses, sondern das Wie der Bewegtheit.&#171; &lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#220;berall haben wir es mit Bewegungen und Handlungen zu tun. Bewegung und Handlungen bestehen aus einzelnen Ereignissen l&#228;ngerer oder k&#252;rzerer zeitlicher Ausdehnung : Egal ob wir durch einen Park joggen, ein Gedicht vorlesen oder ein Instrument spielen, immer wird dabei der Fluss der Zeit einer spezifischen Struktur unterworfen, die unsere Wahrnehmung pr&#228;gt. Auch andere T&#228;tigkeiten, etwa das Schreiben eines Briefes oder das Kochen einer Speise, teilen unseren Tagesablauf in einzelne Abschnitte ein. W&#228;hrend wir bei solchen T&#228;tigkeiten jedoch meist auf ihr Ende schielen und damit gleichsam auf die Komplettierung ihrer Form, ist die Wahrnehmung von Rhythmen dadurch gekennzeichnet, dass sie die Aufmerksamkeit nicht auf das Ziel, sondern den Verlauf der zeitlichen Prozesse lenkt. Im Unterschied also zu Verl&#228;ufen, die auf das &lt;i&gt;Erreichen eines Zeitpunkts &lt;/i&gt;ausgerichtet sind, ist der Rhythmus durch die stetige &lt;i&gt;Wiederholung &lt;/i&gt;struktureller &#196;hnlichkeiten und durch seine &lt;i&gt;Prozessualit&#228;t &lt;/i&gt;gekennzeichnet.&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034; id=&#034;outil_sommaire_2&#034;&gt;&lt;a title=&#034;Sommaire&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire' class=&#034;sommaire_ancre&#034;&gt; &lt;/a&gt;c) Intermodalit&#228;t &lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Wahrnehmung eines Rhythmus setzt das Erkennen eines akustischen, visuellen oder auch haptischen Musters voraus. Die Intermodalit&#228;t rhythmischer Wahrnehmung ist dabei grundlegend, denn als zeitliches Ereignis k&#246;nnen Rhythmen von allen Sinnen wahrgenommen werden.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In Antike und Mittelalter beschr&#228;nken sich rhythmische Ph&#228;nomene nicht auf (&#8230;)&#034; id=&#034;nh21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Selbst rhythmisches Riechen oder Schmecken ist denkbar. Als temporale Erscheinungen k&#246;nnen die Auspr&#228;gungen verschiedener Modalit&#228;ten dabei Regelm&#228;&#223;igkeiten ausbilden oder in ihrer Abfolge gestaltet werden (Intensit&#228;t, Tempo, Akzente, Dauernproportionen etc.). Diese M&#246;glichkeiten werden etwa bei multimedialen Inszenierungen ausgesch&#246;pft, und zwar nicht nur in Theater-Auff&#252;hrungen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. dazu etwa Sabine Schouten/Clemens Risi : &#187;Architektur im Rhythmus &#8211; Zur (&#8230;)&#034; id=&#034;nh22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; oder Installationen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. Christa Br&#252;stle : &#187;Klang sehen &#8211; Konzepte audiovisueller Kunst in der (&#8230;)&#034; id=&#034;nh23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; etc., sondern auch in Texten,&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. hierzu Nadia Ghattas : &#187;Polyfokalit&#228;t des Textes. Kin&#228;sthetische (&#8230;)&#034; id=&#034;nh24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; in denen etwa Bildrhythmen mit Versrhythmen kombiniert oder kontrastiert werden. Solche temporalen Strukturierungen unterschiedlicher Wahrnehmungsmodalit&#228;ten k&#246;nnen einen synergetischen Effekt bewirken, beispielsweise im Sinne einer gegenseitigen Verst&#228;rkung, Beeinflussung oder intensivierenden &#220;berlagerung einzelner Momente. Sie sind Teil von Inszenierungsstrategien, indem sie Akzente setzen (z.B. Hervorhebungen v&#246;llig gleichm&#228;&#223;iger Bewegungen in einem disparaten Kontext) oder indem sie leibliche, k&#246;rperliche Reaktionen herausfordern (z.B. bei der Einbringung bestimmter D&#252;fte in Intervallen).&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034; id=&#034;outil_sommaire_3&#034;&gt;&lt;a title=&#034;Sommaire&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire' class=&#034;sommaire_ancre&#034;&gt; &lt;/a&gt;d) Physiologie und Kognition &lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Rhythmische Ph&#228;nomene stehen in Korrespondenz mit den menschlichen perzeptiven, kognitiven und psychologischen Kompetenzen. So ordnen wir auch selbst unsere Umwelt, indem wir die eintreffenden Informationen rhythmisieren. Ein bekanntes Beispiel ist hier das Ticken der Uhr oder der Schlag des Metronoms, den wir nach kurzer Gew&#246;hnung als bin&#228;re oder tern&#228;re rhythmische Struktur wahrnehmen. Schon Johann Georg Sulzer glaubte im 18. Jahrhundert, dass solche Strukturierungen unwillk&#252;rlich von jedem Menschen vorgenommen w&#252;rden.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Johann Georg Sulzer : &#187;Rhythmus ; Rhythmisch&#171; , in : ders., Allgemeine (&#8230;)&#034; id=&#034;nh25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Anhand von wahrnehmungspsychologischen Untersuchungen haben Wilhelm Wundt und Thaddeus L. Bolton Ende des 19. Jahrhunderts das Ph&#228;nomen der subjektiven Rhythmisierung nachgewiesen, nach dem die Strukturierung von Ereignissen sich erst im Wahrnehmungsprozess voll- zieht.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Helga de la Motte-Haber : Handbuch der Musikpsychologie, 3. Aufl., Laaber (&#8230;)&#034; id=&#034;nh26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die Wahrnehmung von zeitlichen Strukturen ist demnach nicht nur ein Prozess des Erkennens von koh&#228;renten Ph&#228;nomenen oder zusammenh&#228;ngenden zeitlichen &#8250;Objekten&#8249;, sondern sie schlie&#223;t auch produktive mentale (Eigen-)Leistungen ein. Zugleich steht der Rhythmus in Zusammenhang mit einer vergangenen Erfahrung, mit der Erinnerung an diese Erfahrung und mit einer in die Zukunft gerichteten Erwartung. Um einen Rhythmus als Rhythmus wahrzunehmen, stellt man sich auf eine bestimmte zeitliche Struktur ein und antizipiert die Fortsetzung der Abl&#228;ufe oder Bewegungen.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. hierzu Peter Desain : &#187;A (De)Composable Theory of Rhythm Perception &#171; , (&#8230;)&#034; id=&#034;nh27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Entscheidend ist dabei, dass die Musterbildung von einer sinnlich erfassbaren &#196;hnlichkeit oder auch Regelm&#228;&#223;igkeit gekennzeichnet ist. Je nach unserer pers&#246;nlichen und kulturellen Pr&#228;gung, unserer Vertrautheit mit den jeweiligen rhythmischen Formen, den sozio-kulturellen Unterschieden in der Kompetenz des Erkennens von zeitlichen Strukturen und dem individuell verschiedenen Erwerb von mentalen Repr&#228;sentationen &#8211; Berufsmusiker beispielsweise sind in der Lage, sehr komplexe Zeitstrukturen zu erkennen und zu reproduzieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. J. M. Igaga/J. Versey : &#187;Cultural Differences in Rhythmic Perception&#171; , (&#8230;)&#034; id=&#034;nh28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8211; lassen unsere Sinne mehr oder weniger starke Abweichungen zu, so dass wir jeweils unterschiedlich etwas als rhythmisch oder unrhythmisch empfinden k&#246;nnen. Die Wahrnehmung und Vorstellung von Rhythmen sind ferner von einem angelegten Tempo, von einer gewissen dynamischen Konstanz sowie von einem wiedererkennbaren Frequenzspektrum (im akustischen Bereich von der Ausbildung eines &#187;streams&#171; ) abh&#228;ngig.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. Albert S. Bregman : Auditory Scene Analysis. The Perceptual (&#8230;)&#034; id=&#034;nh29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dabei gibt es Unterschiede in der F&#228;higkeit, Rhythmen fortzusetzen. Die Intervalle der auftretenden rhythmischen Impulse oder Ereignisse d&#252;rfen, um sie erinnern und antizipieren zu k&#246;nnen, weder zu weit auseinander liegen und zu lang sein, noch zu eng beieinander liegen und zu kurz sein.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. M. Spitzer : Musik im Kopf, S. 216 : &#187;Optimal sind etwa 400-600 (&#8230;)&#034; id=&#034;nh30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; GeradeWahrnehmungssituationen, die diese perzeptiven F&#228;higkeiten herausfordern oder irritieren, erm&#246;glichen intensive rhythmische Erfahrungen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034; id=&#034;outil_sommaire_4&#034;&gt;&lt;a title=&#034;Sommaire&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire' class=&#034;sommaire_ancre&#034;&gt; &lt;/a&gt;e) Affektion &lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Was John Dewey in seinem Klassiker &#187;Art as Experience&#171; 1934 schon behauptete, dass Rhythmus n&#228;mlich ein &#187;universal scheme of existence&#171; sei,&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;John Dewey : Art as Experience (1934), New York 1980, S. 150.&#034; id=&#034;nh31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; das hat Gerold Baier aus physiologischer Sicht nachdr&#252;cklich best&#228;tigt : Alle physiologischen Vorg&#228;nge in unserem K&#246;rper (wie Herzschlag, Atmung, Muskelkontraktionen im Magen- Darm-Trakt, Hormonbewegungen im Blut, &#252;berhaupt K&#246;rperbewegungen) ereignen sich in rhythmischen Mustern, das hei&#223;t f&#252;r Baier als eine &#187;Folge von sich wiederholenden Ereignissen, die einer inneren Logik gehorcht&#171; .&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gerold Baier : Rhythmus. Tanz in K&#246;rper und Gehirn, Reinbek 2001, S. 23. Das (&#8230;)&#034; id=&#034;nh32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Es ist diese rhythmische Organisation unseres K&#246;rpers, die uns in ein produktives Verh&#228;ltnis zu den wahrgenommenen Rhythmen setzt.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Beobachtungen an Epilepsie- und Parkinson-Patienten haben erwiesen, welchen (&#8230;)&#034; id=&#034;nh33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Bestimmte Rhythmen regen K&#246;rperbewegungen an (Tanz), regulieren oder disziplinieren sie (man denke etwa an milit&#228;rische Marschmusik) und k&#246;nnen somit auch therapeutisch eingesetzt werden (Korrektur von Bewegungsunregelm&#228;&#223;igkeiten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. Gunter Gebauer : &#187;Der t&#246;nende Schuh&#171; , in : Christa Br&#252;stle/Albrecht (&#8230;)&#034; id=&#034;nh34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Die Konstituierung einer besonderen Kommunikation von K&#246;rpern mittels temporaler Strukturen (auch vor dem Hintergrund von Periodizit&#228;t oder Zyklen), die Synchronisierung von K&#246;rpern usw., aber auch die Interferenzauspr&#228;gung zeigen, dass eine physiologische, psychologische sowie kognitive Responsivit&#228;t in Bezug auf die gegebenen Strukturen vorliegt. Diese ist nicht kontextunabh&#228;ngig, d.h. innerk&#246;rperliche und soziale Rhythmen ereignen sich nicht unabh&#228;ngig voneinander, sondern sie interagieren und beeinflussen sich gegenseitig.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vgl. H. You : &#187;Defining Rhythm&#171; , S. 372.&#034; id=&#034;nh35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Zur Affektivit&#228;t von temporalen Strukturen, Rhythmen, Dauernproportionen oder Bewegungsordnungen tragen daher auch die situativen Rahmenbedingungen bei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Die Auseinandersetzung mit diesen f&#252;r den Zusammenhang von Rhythmus, Wahrnehmung und Performativit&#228;t zentralen Aspekten gab den Ansto&#223;, mit der Tagung, die unter dem Titel &#187;Rhythmus im Prozess&#171; im April 2004 vom Berliner Sonderforschungsbereich &#187;Kulturen des Performativen&#171; ausgerichtet wurde, eine interdisziplin&#228;re Diskussion anzuregen. Ziel dieser Tagung war es, Referent/innen aus verschiedenen Fachgebieten nach ihrem Verst&#228;ndnis von &#8250;Rhythmus&#8249; zu befragen. Mit dem Titel &#187;Rhythmus im Prozess&#171; wollten wir auf zweierlei hinweisen : Zum einen, dass wir es bei Rhythmus mit einer Kategorie des Performativen par excellence zu tun haben, die gerade das Prozessuale von Erfahrungen, also Rhythmus als Orientierung im Prozess zu beschreiben sucht. Zum anderen wird darauf verwiesen, dass der Rhythmus-Begriff selbst im Wandel, also im Prozess befindlich, historischen Ver&#228;nderungen unterworfen ist. Vor diesem Hintergrund haben sich folgende Fragen ergeben : Wie strukturiert Rhythmus unsere Zeiterfahrung ? Inwiefern nehmen rhythmische Prozesse Einfluss auf k&#246;rperliche Befindlichkeiten ? Inwiefern l&#228;sst sich der traditionelle Rhythmusbegriff auf aktuelle k&#252;nstlerische Praktiken anwenden ? Inwiefern ist von einem Wandel der Rhythmus-Definitionen auszugehen ? Kann man noch von rhythmischen Prozessen sprechen, wenn diese nicht mehr auf einen zugrunde liegenden Puls bezogen sind ? Inwiefern ist Rhythmus nur als Zusammenspiel von Kontinuit&#228;t und Diskontinuit&#228;t zu denken ? Welche Rolle spielt Rhythmus f&#252;r die verschiedenen K&#252;nste, Medien etc.? Wie verschmelzen intermodal erfahrbare Rhythmen im Prozess der Wahrnehmung ?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Die Beitr&#228;ge und die Diskussionen der Tagung haben best&#228;tigt, dass der Begriff des &#8250;Rhythmus&#8249; eine interdisziplin&#228;re Klammer darstellt, die es erm&#246;glicht, den verschiedenen performativen Wahrnehmungsvorg&#228;ngen und Handlungsvollz&#252;gen auf die Spur zu kommen. So versammelt der vorliegende Band viele Antworten auf diese Fragen aus den Perspektiven der Filmwissenschaft, Kulturwissenschaft, Kunstwissenschaft, Linguistik, Literaturwissenschaft, aus der medizinischen Psychologie und Chronobiologie, Musikethnologie, Musikpsychologie, Musikwissenschaft, Soziologie, Sportwissenschaft, Tanzwissenschaft und Theaterwissenschaft. Die Texte gruppieren sich dabei um vier Themenkomplexe :&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034; id=&#034;outil_sommaire_5&#034;&gt;&lt;a title=&#034;Sommaire&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire' class=&#034;sommaire_ancre&#034;&gt; &lt;/a&gt;I. K&#246;rper in Bewegung &#8211; Bewegung im Rhythmus &lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Den Anfang bildet der Zugang zum &#8250;Rhythmus&#8249; &#252;ber den K&#246;rper in Bewegung. &lt;i&gt;Gabriele Brandstetter &lt;/i&gt;geht in ihrem Beitrag den Lebensund Rhythmuskonzepten um 1900 nach. Anhand einer Kontextualisierung der historischen Rhythmusdefinitionen arbeitet sie eine Verschr&#228;nkung mit Zeit- und Bewegungs-Erfahrungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts heraus. Ihre Analyse der essentialistischen Anschauung von Rhythmus als &#8250;Natur&#8249; sch&#228;rft den Blick f&#252;r fr&#252;he nationalistische Tendenzen des Diskurses und verweist so auf die kulturelle Bedingtheit der Beschreibung und Wahrnehmung des Ph&#228;nomens. Der Beitrag &lt;i&gt;Stefanie Diekmanns &lt;/i&gt;entdeckt im Tanzmarathon &#8211; einer Veranstaltung, die besonders in der Phase der amerikanischen &lt;i&gt;Great Depression &lt;/i&gt;beliebt war &#8211; ein komplexes Geflecht aus Tanz-, Sport- und Arbeitsrhythmen. Im Mittelpunkt des Beitrags steht Sidney Pollacks Film &lt;i&gt;They Shoot Horses, Don't They ?&lt;/i&gt;, der ausgehend von dem Roman von Horace McCoy einen solchen Tanzmarathon nachzeichnet und dabei Rhythmen der filmischen Dramaturgie mit dem der Veranstaltung eigenen Geflecht verschiedener Rhythmen interagieren l&#228;sst. Aus der Doppelperspektive von Herstellung und Wahrnehmung beschreibt &lt;i&gt;Gabriele Klein &lt;/i&gt;den Rhythmus der postindustriellen Stadt. Sie arbeitet heraus, dass dieser sich erst im Zusammenwirken urbaner Strukturen und ihrer Akteure ereignet und deshalb mit traditionellen, auf Regelma&#223; basierenden Theorien nicht zu greifen ist. Stattdessen bestimmt sie einen spezifischen Bewegungsrhythmus des St&#228;dtischen, f&#252;r den gerade Diskontinuit&#228;t, Br&#252;che und Differenzen wesentlich sind. &lt;i&gt;Elk Franke &lt;/i&gt;schlie&#223;lich stellt die Frage, inwiefern die Erfahrung einer rhythmischen Bewegung deren Urheber in ein Verh&#228;ltnis zum eigenen Leib treten l&#228;sst und wie dieser Akt als Konstitution von Sinn erfahrbar wird. Anhand des Taktklopfens, des gemeinsamen Klatschens nach einer Auff&#252;hrung und der Skiabfahrt im Tiefschnee macht Franke deutlich, wie auch in nicht-ritualisierten Rhythmen Sinndimensionen durch reflektorische Prozesse an der Grenzlinie von &#8250;K&#246;nnen/Nicht-K&#246;nnen&#8249; entstehen.&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034; id=&#034;outil_sommaire_6&#034;&gt;&lt;a title=&#034;Sommaire&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire' class=&#034;sommaire_ancre&#034;&gt; &lt;/a&gt;II. Rhythmus des K&#246;rpers &#8211; Physiologie und Psychologie &lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im zweiten Teil wird der Rhythmus des K&#246;rpers selbst aus der Perspektive der Physiologie und Psychologie ins Blickfeld genommen. Die Chronobiologen &lt;i&gt;Till Roenneberg &lt;/i&gt;und &lt;i&gt;Martha Merrow &lt;/i&gt;geben Einblick in die vielf&#228;ltigen circadianen Rhythmen von Menschen, Tieren und Pflanzen. Dabei stellen sie heraus, dass die inneren Uhren keine mechanischen Taktgeber sind, sondern ihren spezifischen Rhythmus erst im st&#228;ndigen Austausch und Abgleich mit den jeweiligen Rhythmen der Umwelt gewinnen. &lt;i&gt;Reinhard Kopiez &lt;/i&gt;befasst sich mit Rhythmus aus wahrnehmungs- und musikpsychologischer Sicht. Er pr&#228;sentiert neue Untersuchungen zur subjektiven Rhythmisierung sowie zu psychophysiologischen Wirkungen von Rhythmus, etwa im Zusammenhang mit der Synchronisation bestimmter Bewegungen. Zudem werden bislang offene Fragen zu Themen wie Intermodalit&#228;t und Neurophysiologie als zuk&#252;nftige Forschungsfelder umrissen. Aus psychoakustischer Perspektive zeigt &lt;i&gt;Bernd Pompino-Marschall&lt;/i&gt;, dass rhythmische Ph&#228;nomene eine spezielle Art der Wahrnehmung lautsprachlicher Kommunikation sind : Der auditiven Rhythmuswahrnehmung liegt ein komplexer lautheitsbasierter Verrechnungsmechanismus von Modulationen des akustischen Sprachsignals zugrunde. Je nach Sprachfamilie realisiert sich diese Modulation, die als Zusammenspiel von Atmung, Phonation und Artikulation (B-Prosodie) zustande kommt, etwa als Kontrolle oder als Kompensation der Dauer einzelner Silben.&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034; id=&#034;outil_sommaire_7&#034;&gt;&lt;a title=&#034;Sommaire&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire' class=&#034;sommaire_ancre&#034;&gt; &lt;/a&gt;III. Metrum, Takt und Rhythmus &#8211; Musikalische Konzepte &lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im dritten Teil wird &#8211; ausgehend von musikalischen Ph&#228;nomenen und mittelalterlicher Liebeslyrik &#8211; den terminologischen Implikationen der Begriffe Metrum, Takt und Rhythmus nachgegangen. Der Komponist und Musikwissenschaftler &lt;i&gt;David Lidov &lt;/i&gt;befasst sich in seinem Beitrag mit der Unterscheidung von Metrum und Rhythmus und vor allem kritisch mit der Auffassung, dass ein Metrum tendenziell als schematisches, abstraktes Muster angesehen wird, Rhythmus hingegen als k&#246;rperlich bestimmtes, flexibles Element kommunikativer Prozesse. Sein Beitrag ist ein Pl&#228;doyer daf&#252;r, diese Vorstellung aufzugeben, weil Metren beziehungsweise Grundpulse ebenfalls eine gewisse Flexibilit&#228;t und Variabilit&#228;t aufweisen, die sie zu genuin performativen Akten machen. Um den Rhythmus im Minnesang geht es &lt;i&gt;Volker Mertens&lt;/i&gt;. Mittelalterliche Liebeslyrik ist Auff&#252;hrungslyrik. Mertens versteht daher Rhythmus als performatives Ph&#228;nomen, das einerseits von der metrischen Grundstruktur des Liedes bestimmt wird, andererseits in der Vortragssituation die Authentizit&#228;t dessen, der von der Liebe singt, indiziert. Um die Komplexit&#228;t der rhythmischen Performanz dieser einstimmigen Kunstmusik zu fassen, zieht Mertens neben dem Blick auf die historischen Quellen ethnomusikalische Parallelen zur nordindischen Hindustani- Musik. In ihrem Beitrag zu Perkussionsmusik widmet sich &lt;i&gt;Martha Brech &lt;/i&gt;den Ver&#228;nderungen in der kompositorischen Arbeit mit zeitlichen Strukturen, die sich im 20. Jahrhundert parallel zur Ausdehnung des Schlagzeug-Instrumentariums und -Repertoires ergaben. In diesem Kontext zeigt sich deutlich eine Ausblendung regelm&#228;&#223;iger Metren und Rhythmen zugunsten eines sehr differenzierten Umgangs mit Dauern. Doch ist, wie die Autorin darlegt, bei einer Auff&#252;hrung h&#228;ufig noch ein imagin&#228;rer Puls zur Orientierung notwendig. Die Arbeiten von &lt;i&gt;Christiane Gerischer &lt;/i&gt;gelten der musikethnologischen Erforschung von Mikrorhythmen. In ihrem Beitrag gibt sie einen Einblick in das &#8250;rhythmische Feeling&#8249; afro-brasilianischer Musik und der darauf basierenden Gestaltung von Polyrhythmen und Grooves. Anhand von computergest&#252;tzten Analysen bietet sie Einblicke in die temporale Feinstruktur von Samba.&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034; id=&#034;outil_sommaire_8&#034;&gt;&lt;a title=&#034;Sommaire&#034; href='https://www.rhuthmos.eu/spip.php?id_auteur=237&amp;page=backend#outil_sommaire' class=&#034;sommaire_ancre&#034;&gt; &lt;/a&gt;IV. Rhythmus mit allen Sinnen &#8211; Inszenierung und Wirkung &lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der abschlie&#223;ende Teil wendet sich der Inszenierung und Wirkung von Rhythmus in den verschiedenen K&#252;nsten zu, wobei die Wechselwirkungen der Sinne einen zentralen Bezugspunkt darstellen. &lt;i&gt;Erika Fischer-Lichte &lt;/i&gt;untersucht in ihrem Beitrag den &#187;Rhythmus als Organisationsprinzip von Auff&#252;hrungen&#171; . Sie geht dabei von der These aus, dass in Auff&#252;hrungen des &#8250;traditionellen&#8249; Theaters der Rhythmus in der Regel bestimmten dramaturgischen Prinzipien untergeordnet ist, etwa dem Handlungsverlauf oder der psychologischen Entwicklung der Figuren. Dagegen erscheint der Rhythmus in Auff&#252;hrungen von Theater und Performance-Kunst seit den 1960er Jahren h&#228;ufig selbst als das leitende Prinzip zur Organisation und Strukturierung von Zeit, als grundlegendes dramaturgisches Prinzip. Am Beispiel von Inszenierungen von RobertWilson, Christoph Marthaler und Einar Schleef zeigt die Autorin drei Funktionen (Dehierarchisierung, Selbstorganisation und Gemeinschaftsbildung) auf, die der Rhythmus als Organisationsprinzip im Theater erf&#252;llt. Ebenfalls mit Rhythmen in Auff&#252;hrungen des postdramatischen Theaters (Robert Wilson, Einar Schleef, Christoph Marthaler, Heiner Goebbels) setzt sich &lt;i&gt;Patrick Primavesi &lt;/i&gt;auseinander. Bedingung, um von Rhythmus zu sprechen, ist f&#252;r Primavesi eine durch Abweichung oder Unterbrechung m&#246;gliche &lt;i&gt;Markierung &lt;/i&gt;im Unterschied zur tendenziell Bedeutung und Sinn fixierenden Ordnung des Metrums. Dabei werden das komplexe Zusammenspiel verschiedenster Erscheinungsformen von Rhythmus (Text, Musik, Bewegung, K&#246;rperlichkeit, Raum, Licht und Farben) und zugleich ihre spielerische Unterbrechung, Aufl&#246;sung und Ver&#228;nderung am Beispiel einiger Inszenierungen der genannten Regisseure vorgef&#252;hrt. Dass die Wirkung des Rhythmus auf die Zuschauer schon fr&#252;h in der Filmgeschichte reflektiert wurde, zeigen &lt;i&gt;Robin Curtis &lt;/i&gt;und &lt;i&gt;Marc Gl&#246;de&lt;/i&gt;. Ihre Untersuchung widerlegt die g&#228;ngige Vorstellung, nach der sich filmischer Rhythmus auf die visuelle oder akustische Wahrnehmung beschr&#228;nkt. Anhand von Filmbeispielen und theoretischen Schriften, insbesondere von Hans Richter und Sergej M. Eisenstein, arbeiten sie stattdessen seine intermodale, kin&#228;sthetische und affektive Qualit&#228;t heraus. &lt;i&gt;Caroline Torra-Mattenklott &lt;/i&gt;deckt in Prousts &lt;i&gt;&#192; la recherche du temps perdu &lt;/i&gt;rhythmische Figurationen auf, die weder mit stilistischen noch mit narratologischen Kategorien angemessen beschrieben werden k&#246;nnen. Rhythmische Gestaltung wird hier als Verfahren der Strukturbildung verstanden, das &#8211; &#228;hnlich der Leitmotivtechnik &#8211; zum Teil weit auseinander liegende Textstellen durch die Rekurrenz rhythmischer Figuren assoziativ verklammert und Verbindungen zwischen verschiedenen Sph&#228;ren der Wahrnehmung herstellt. Der Beitrag zeigt, wie eng bei Proust Rhythmusempfinden und Metaphernproduktion zusammenwirken, wie Proust verborgene rhythmische Beziehungen zwischen den Dingen entdeckt. &lt;i&gt;Hajo D&#252;chting &lt;/i&gt;beleuchtet die Malerei der Moderne und das Verh&#228;ltnis von Kunst und Rhythmus am Beispiel von Paul Klee. Der Autor zeigt auf, wie Klee &#252;ber die Besch&#228;ftigung mit dem zeitlichen Prinzip des musikalischen Rhythmus die Idee einer Rhythmisierung in der Malerei verfolgte, beispielsweise eine Theorie der visuellen Mehrstimmigkeit entwickelte oder die Linie als Tr&#228;ger eines bestimmten Rhythmus, einer rhythmisierten &#8250;Tonfolge&#8249; definierte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Die sinnliche Erfahrung rhythmischer Ereignisse &#8211; darin sind sich alle Autor/innen einig &#8211; wird mit den weit verbreiteten schematischen Vorstellungen von Rhythmus, Takt und Metrum nicht hinreichend beschrieben. Es gilt vielmehr, diese Vorstellungen hinsichtlich eines Kontinuums aus verschiedenen Periodizit&#228;ten zu denken : Sie m&#252;ssen gleichsam &#187;aus dem Takt&#171; geraten. Denn es ist der t&#228;tige Vollzug unserer Wahrnehmung, der gegebene Reize als zeitliche Bewegungsmuster erkennbar werden l&#228;sst, Akustisches und Visuelles &#8211; um nur zwei Bereiche zu nennen &#8211; synthetisiert und zugleich in hohem Ma&#223;e auf unsere Befindlichkeit einzuwirken vermag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Die Frage nach dem intermodalen Zusammenwirken von akustischen und visuellen Rhythmen in der Wahrnehmung ist &#8211; auch darin treffen sich die Beitr&#228;ge der Autor/innen &#8211; noch lange nicht beantwortet. Es ist schwierig, die intermodale Wirkung unterschiedlicher, gleichzeitig sich ereignender Rhythmen zu fassen : Die Wahrnehmung des Rhythmischen pr&#228;sentiert sich nicht nur als Mischung aus subjektivem und objektivem Rhythmus, sondern auch als &#220;berlagerung des Gegenw&#228;rtigen mit einer vergangenen Erfahrung, mit der Erinnerung an diese Erfahrung und mit einer in die Zukunft gerichteten Erwartung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Eine weitere offene Frage ist die nach der Analysem&#246;glichkeit von Rhythmen, wenn man sie als prozessual versteht. M&#252;ssen Bewegungen, Rhythmen stillgestellt werden, um sie zu analysieren ? Rhythmus wird im Prozess ausgehandelt, und die Prozessualit&#228;t der eigenen Wahrnehmung muss, das zeigen die Beitr&#228;ge in diesem Band auch, stets Teil der Analyse sein. Und man muss, um &#252;ber Rhythmus reden zu k&#246;nnen, ihn tats&#228;chlich machen, mitmachen in der Wahrnehmung, in der Aktion im K&#246;rper, nachvollziehen, den Prozess des Rhythmischen am eigenen Leib erfahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Im Rahmen der Tagung haben zwei Auff&#252;hrungen stattgefunden, auf die die dem Band beigegebene DVD zur&#252;ckgeht. Wir danken den beiden K&#252;nstlern J&#252;rg Kienberger und Robyn Schulkowsky f&#252;r ihre wunderbaren Performances und vor allem f&#252;r ihre Bereitschaft, Ausschnitte daraus f&#252;r diese DVD zur Verf&#252;gung zu stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;BR/&gt;
Zugleich danken wir : dem DFG-Sonderforschungsbereich &#187;Kulturen des Performativen&#171; der Freien Universit&#228;t Berlin und seiner Sprecherin Erika Fischer-Lichte f&#252;r die finanzielle und organisatorische Erm&#246;glichung der Tagung und des Bandes ; Albrecht Riethm&#252;ller und dem Institut f&#252;r Musikwissenschaft sowie unseren Kolleginnen und Kollegen vom Institut f&#252;r Theaterwissenschaft, die die Vorbereitungen zu dieser Tagung ertragen und mitgetragen haben, Barbara Gronau, Jens Roselt und Christel Weiler, die uns auch als Sektionsleiter unterst&#252;tzt haben ; Frau Lange, ruhendem Pol und weiser Zentrale in der Vorbereitung und Durchf&#252;hrung der Tagung ; unseren studentischen Hilfskr&#228;ften, die durch ihren unerm&#252;dlichen Einsatz am Beamer, im Caf&#233;, am Scheinwerfer und &#252;berall ma&#223;geblich zum Gelingen der Tagung beigetragen haben &#8211; besonders Sonja Galler, Stephanie Schwarz und Nina Tecklenburg f&#252;r die sorgf&#228;ltige Durchsicht des Manuskripts ; dem Medienlabor des Instituts f&#252;r Theaterwissenschaft der Freien Universit&#228;t Berlin, namentlich Peter Bleckwehl ; Andreas H&#252;llinghorst f&#252;r die Betreuung des Bandes im transcript Verlag. Vor allem aber danken wir unseren G&#228;sten und Beitr&#228;ger/innen dieses Bandes f&#252;r die Teilnahme an der Tagung und die Bereitschaft, an der Publikation mitzuwirken.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Hugo Blank : Kleine Verskunde. Einf&#252;hrung in den deutschen und romanischen Vers, Heidelberg 1990, S. 14.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Curt Sachs : Rhythm and Tempo. A Study in Music History, New York 1953, S. 13.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Susanne K. Langer : Feeling and Form. A Theory of Art, New York 1953, S. 126.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Marcus Tullius Cicero : De Oratore. &#220;ber den Redner, Lateinisch/Deutsch, &#252;bers. und hg. von Harald Merklin, 3. bibliographisch erg&#228;nzte Aufl., Stuttgart 1997, S. 571 (Buch III, 197).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Friedrich Nietzsche : &#187;Ueber den Rhythmus&#171; (1875), in : ders. : Gesammelte Werke (Musarion-Ausgabe), Bd. 5, M&#252;nchen 1922, S. 474f.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Aleksandr Tairov : Das entfesselte Theater (1923). Aufzeichnungen eines Regisseurs, Berlin 1989, S. 120f.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt; &#187;M&#252;ssen wir deiner Meinung nach annehmen, dass diese Rhythmen nur im Klang sind, der geh&#246;rt wird, oder auch in der auf die Ohren gerichteten Sinneswahrnehmung des H&#246;renden [&#8230;] in der T&#228;tigkeit des Vortragenden, oder [&#8230;] auch in unserem Ged&#228;chtnis ?&#171; Aurelius Augustinus : De musica. B&#252;cher I und VI. Vom &#228;sthetischen Urteil zur metaphysischen Erkenntnis, Lateinisch/Deutsch, eingeleitet, &#252;bers. und mit Anmerkungen versehen von Frank Hentschel, Hamburg 2002, S. 71 (Buch VI, 2,2).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Paul Val&#233;ry : Cahiers/Hefte, hg. von Hartmut K&#246;hler und J&#252;rgen Schmidt-Radefeld, Heft 4, Frankfurt/Main 1990, S. 113.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Tagesspiegel vom 25.9.2004 : &#187;Profis sagen, Marathon bedeute, in den K&#246;rperhineinzuhorchen, den richtigen Rhythmus zu erf&#252;hlen.&#171; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Tagesspiegel vom 24.1.2004 : F&#252;r Synchronsprecherinnen dieses Genres besteht eine akute Gefahr zu hyperventilieren : &#187;Das passiert &#246;fter, als man denkt. Es ist n&#228;mlich gar nicht so leicht, sich einem anderen Rhythmus anzupassen.&#171; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;S&#252;ddeutsche Zeitung vom 15.12.2004.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;S&#252;ddeutsche Zeitung vom 7./8.8.2004 : &#187;Homersche Medizin. Blutdrucksenkende Hexameter&#171; .&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl hierzu ausf&#252;hrlich und mit entsprechenden Beispielen : Christa Br&#252;stle/Nadia Ghattas/Clemens Risi/Sabine Schouten : &#187;Rhythmus-Wahrnehmung und Performativit&#228;t &#171; , in : Paragrana 13 (2004), Nr. 1 : Praktiken des Performativen, S. 48-64. W&#228;hrend unser Ansatz dem Rhythmusbegriff in einer performativ und ph&#228;nomenologisch orientierten Perspektive nachgeht, ist der j&#252;ngst erschienene Band &#187;Geteilte Zeit. Zur Kritik des Rhythmus in den K&#252;nsten&#171; (hg. von Patrick Primavesi und Simone Mahrenholz, Schliengen 2005) eher kulturkritisch ausgerichtet.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. Wilhelm Seidel : &#187;Rhythmus, Metrum, Takt&#171; , in : Ludwig Finscher (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2. Ausgabe, Sachteil, Bd. 8, Kassel u.a. 1998, Sp. 257, 259 u. 264&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Dies zeigt, dass Rhythmus nicht notwendig mit einem gleichm&#228;&#223;igen Metrum zusammenf&#228;llt. Hat man jedoch eine Grundeinheit, die als &#8250;Ma&#223;&#8249; f&#252;r die rhythmische Gestaltung dienen kann, so kann &#252;ber verschiedene L&#228;ngen und K&#252;rzen oder Zeitdauern und ihr Verh&#228;ltnis zueinander eine Aussage getroffen werden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Die quantitativen Rhythmen etwa galten den antiken Theoretikern als &lt;i&gt;kontinuierliche &lt;/i&gt;Verl&#228;ufe von L&#228;ngen und K&#252;rzen und nicht als Dichotomien. Vgl. Frieder Zaminer : &#187;Musik im archaischen und klassischen Griechenland&#171; , in : Albrecht Riethm&#252;ller/ Frieder Zaminer (Hg.), Die Musik des Altertums (= Neues Handbuch der Musikwissenschaft 1), Laaber 1989, S. 113-206.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. Edith Anna Kunz/Roger W. M&#252;ller Farguell : &#187;Einleitung&#171; , in : dies. (Hg.), Rhythmus (= Colloquium Helveticum 32), Freiburg/Schweiz 2001, S. 16.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Helmuth Plessner : Die Stufen des Organischen und der Menschen. Einleitung in die philosophische Anthropologie (= Gesammelte Schriften IV), hg. von G&#252;nterDux, Odo Marquard und Elisabeth Str&#246;ker, Frankfurt/Main 1981, S. 178.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Bernhard Waldenfels : Sinnesschwellen (= Studien zur Ph&#228;nomenologie des Fremden 3), Frankfurt/Main 1999, S. 64.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;In Antike und Mittelalter beschr&#228;nken sich rhythmische Ph&#228;nomene nicht auf musikalische oder sprachliche Ereignisse, sondern beziehen auch Bewegungsrhythmen und taktile Rhythmen ein, vgl. W. F. Jackson Knight : St. Augustine's De Musica. A Synopsis, Cambridge 1958, S. 29 ; Isidor of Seville : Etymologies. Book III, Chapters 15-23, &#252;bers. von Helen Dill Goode und Gertrude C. Drake, Colorado Springs 1980, S. 14.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. dazu etwa Sabine Schouten/Clemens Risi : &#187;Architektur im Rhythmus &#8211; Zur Herstellung von R&#228;umlichkeit im Theater&#171; , in : Sprache und Literatur 35 (2004), H. 94 : R&#228;ume der Wahrnehmung, S. 105-116 ; Clemens Risi : &#187;Am Puls der Sinne. Der Rhythmus einer Opernauff&#252;hrung zwischen Repr&#228;sentation und Pr&#228;senz &#8211; zu Mozart- Inszenierungen von Calixto Bieito und Thomas Bischoff&#171; , in : Hajo Kurzenberger/Annemarie Matzke (Hg.), TheorieTheaterPraxis (= Recherchen 17), Berlin 2004, S. 117-127 ; ders. : &#187;Rhythmen der Auff&#252;hrung. Kollidierende Rhythmen bei Steve Reich und Heiner Goebbels&#171; , in : Erika Fischer-Lichte/Clemens Risi/Jens Roselt (Hg.), Kunst der Auff&#252;hrung &#8211; Auff&#252;hrung der Kunst (= Recherchen 18), Berlin 2004, S. 163-175.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. Christa Br&#252;stle : &#187;Klang sehen &#8211; Konzepte audiovisueller Kunst in der neuen Musik&#171; , in : Jutta Eming/Annette Jael Lehmann/Irmgard Maassen (Hg.), Mediale Performanzen. Historische Konzepte und Perspektiven, Freiburg im Breisgau2002, S. 181-196 ; dies. : &#187;Musik als plastische Aktion &#8211; Zur kompositorischen Symbiose von Brunner/Ritz&#171; , in : Florian Matzner (Hg.), Werkmonographie der Klangk&#252;nstler Johannes Brunner/Raimund Ritz, M&#252;nchen (im Druck).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. hierzu Nadia Ghattas : &#187;Polyfokalit&#228;t des Textes. Kin&#228;sthetische Aspekte im Yvain und Iwein&#171; , in : Christina Lechtermann/Carsten Morsch (Hg.), Kunst der Bewegung. Kin&#228;sthetische Wahrnehmung und Probehandeln in virtuellen Welten, Berlin, Bern 2004, S. 159-180 ; dies./J&#246;rn M&#252;nkner : &#187;Dynamische Bildlichkeit als Erz&#228;hlstrategie : Das illustrierte Flugblatt der Fr&#252;hen Neuzeit zwischen Schaub&#252;hne und Nachrichtentr&#228;ger&#171; , in : Sprache und Literatur 34 (2003), H. 91/92, S. 54-68 ; sowie dies. : Rhythmus der Bilder. Zum Rhythmus als narrative Strategie in deutschen und franz&#246;sischen Text- und Bildzeugnissen des 12. und 13. Jahrhunderts, Dissertation Humboldt-Universit&#228;t Berlin (2005).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Johann Georg Sulzer : &#187;Rhythmus ; Rhythmisch&#171; , in : ders., Allgemeine Theorie der Sch&#246;nen K&#252;nste, 2. Aufl., Bd. 4, Leipzig 1794, S. 94.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Helga de la Motte-Haber : Handbuch der Musikpsychologie, 3. Aufl., Laaber 2002, S. 112 ; vgl. auch Manfred Spitzer : Musik im Kopf. H&#246;ren, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk, Stuttgart 2002, S. 216 : Der Rhythmus wird den &#187;wahrgenommenen Ereignissen vom Wahrnehmenden gleichsam &#252;bergest&#252;lpt&#171; .&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. hierzu Peter Desain : &#187;A (De)Composable Theory of Rhythm Perception &#171; , in : Music Perception 9 (1992), S. 442 : &#187;The basic expectancy is a function of two parameters : the length of a time interval and the time elapsed after the end of that interval&#171; ; vgl. auch Haili You : &#187;Defining Rhythm. Aspects of an Anthropology of Rhythm&#171; , in : Culture, Medicine and Psychiatry 18 (1994), S. 363f. : &#187;The essence of rhythm is not merely the perceived order (or pattern) of repetition (recurrence) of something ; it is the demand, preparation and anticipation for something to come. [&#8230;] the total length of possible groupings of complex rhythms depends on the number of elements, their frequency and the ability to perceive the order of groupings (such as of sounds) in larger units within the boundaries of immediate memory or duration. [&#8230;] Rhythmicity is a temporal relation between &#8250;tensions&#8249; [&#8230;] that are constructed, perceived and created between a beginning (or a past), a middle (a present) and an ending (a future). [&#8230;] Rhythm is a future-oriented temporal order.&#171; Bezogen auf die Sprache bemerkt Hans Ulrich Gumbrecht, dass der Rhythmus in der gesprochenen Sprache &#187;zwischen dem Nachhallen des vorausgehenden Lautes in der Retention und der Vorwegnahme des folgenden Lautes in der Protention aufscheint&#171; , wobei Gumbrecht sich mit dem Begriffspaar Retention und Protention auf Edmund Husserl bezieht (Hans Ulrich Gumbrecht : &#187;Rhythmus und Sinn&#171; , in : ders./K. Ludwig Pfeiffer [Hg.], Materialit&#228;t der Kommunikation, Frankfurt/Main 1988, S. 718f.) ; &#187;Rhythmus stellt eine Struktur der Zeit dar, an deren Verarbeitung Arbeitsged&#228;chtnisprozesse beteiligt sind&#171; (Thomas Rammsayer : &#187;Zeitwahrnehmung und Rhythmuswahrnehmung &#171; , in : Katharina M&#252;ller/Gisa Aschersleben [Hg.], Rhythmus. Ein interdisziplin&#228;res Handbuch, Bern u.a. 2000, S. 86) ; zur Aufnahme- und Verarbeitungskapazit&#228;t des Kurzzeitged&#228;chtnisses (&lt;i&gt;short-term memory&lt;/i&gt;) im Blick auf akustische Ph&#228;nomene vgl. William L. Berz : &#187;Working Memory in Music. A Theoretical Model&#171; , in : Music Perception 12 (1995), S. 353-364.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. J. M. Igaga/J. Versey : &#187;Cultural Differences in Rhythmic Perception&#171; , in : Psychology of Music 5 (1977), S. 23-27.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. Albert S. Bregman : Auditory Scene Analysis. The Perceptual Organization of Sound, Cambridge 1990.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. M. Spitzer : Musik im Kopf, S. 216 : &#187;Optimal sind etwa 400-600 Millisekunden. [&#8230;] Rhythmisierung ist daher letztlich als eine Form des Chunking bzw. Clustering aufzufassen, die sehr automatisiert und effektiv abl&#228;uft.&#171; Letzteres hat unter anderem zur Folge, dass nach einer gewissen Zeit Akzente gesetzt werden und zwischen den gruppierten Impulsen Pausen entstehen, ferner eine Bewegungsempfindung ausgel&#246;st wird, die manchmal auch reale K&#246;rperbewegungen nach sich zieht. Vgl. Paul Fraisse : &#187;A Historical Approach to Rhythm as Perception&#171; , in : Alf Gabrielsson (Hg.), Action and Perception in Rhythm and Music, Stockholm 1987, S. 7-18 ; und Uwe Seifert/Fabian Olk/Alb recht Schneider : &#187;On Rhythm Perception. Theoretical Issues, Empirical Findings&#171; , in : Journal of New Music Research 24 (1995), S. 164-193. Bereits in der Antike kannte man diese Grenzerfahrung. So gelten jene Wiederholungsstrukturen, die wir &#8211; wie etwa die Jahreszeiten &#8211; nicht mehr mit den Sinnen erfahren k&#246;nnen, nicht als rhythmisch, sondern als periodisch, vgl. A. Augustinus : De musica, S. 107. Aber auch der &lt;i&gt;pes&lt;/i&gt;, der Fu&#223;, der den Rhythmus markiert und der Wahrnehmung fasslich macht, besteht aus diesen Gr&#252;nden aus maximal &lt;i&gt;chronoi protoi&lt;/i&gt;, jenen K&#252;rzen also, die die sinnliche Wahrnehmung als kleinste Zeiteinheit noch wahrzunehmen in der Lage ist, vgl. Aristoxenos von Tarent : Melik und Rhythmik des classischen Hellenentums, 2 Bde., &#252;bers. und erl&#228;utert von Rudolf Westphal, reprografischer Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1883-1893, Hildesheim 1965, hier : Bd. 1, &#167; 7,8. Augustinus wird diese Grenze noch weiter herunter setzen und den &lt;i&gt;pes &lt;/i&gt;auf acht Zeiten und vier Silben reduzieren, vgl. Wilhelm Seidel : Rhythmus. Eine Begriffsbestimmung, Darmstadt 1976, S. 24.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;John Dewey : Art as Experience (1934), New York 1980, S. 150.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Gerold Baier : Rhythmus. Tanz in K&#246;rper und Gehirn, Reinbek 2001, S. 23. Das eigentlich Neue an Baiers &#220;berlegungen ist, dass er aus der bekannten Tatsache der rhythmischen Gesamtorganisation des K&#246;rpers auch Konsequenzen f&#252;r die Analyse, Diagnose und Therapie zieht. Seiner Meinung nach w&#252;rden sich klangliche Darstellungen viel besser eignen als Bilder, um die komplexen Abl&#228;ufe im K&#246;rper &#8211; die komplexen Rhythmen &#8211; darzustellen. Er pl&#228;diert f&#252;r klanggebende statt f&#252;r bildgebende Verfahren, um der rhythmischen Organisation unserer K&#246;rperfunktionen ihren ad&#228;quateren Ausdruck zu geben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Beobachtungen an Epilepsie- und Parkinson-Patienten haben erwiesen, welchen Einfluss musikalische, visuelle und taktile Rhythmen (z.B. das Streicheln) auf die rhythmischen Vorg&#228;nge im K&#246;rper haben. Gleicherma&#223;en hat nat&#252;rlich unsere eigene rhythmische Disposition Einfluss auf die Wahrnehmung der in der Auff&#252;hrung produzierten Rhythmen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. Gunter Gebauer : &#187;Der t&#246;nende Schuh&#171; , in : Christa Br&#252;stle/Albrecht Riethm&#252;ller (Hg.), Klang und Bewegung. Beitr&#228;ge zu einer Grundkonstellation, Aachen 2004, S. 105-116.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmla&#034;&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Notes 35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;span class=&#034;csfoo htmlb&#034;&gt;&lt;/span&gt;Vgl. H. You : &#187;Defining Rhythm&#171; , S. 372.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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